Als Kochmuffel von 0 auf 100 zum begeisterten Koch, geht das?

Selber zu kochen ist für den einen selbstverständlich, für den anderen eine riesige Herausforderung oder gar ein notwendiges Übel.  Die meisten Misserfolge entstehen, weil wir uns die falschen Ziele setzen und am besten immer sofort und gleich alles erreicht haben möchten. Wir reißen das Ruder um 180 Grad herum und wundern uns, warum wir schon nach kurzer Zeit ins Straucheln kommen oder ganz aufgeben. Es ist noch kein begeisterter Hobby-Koch vom Himmel gefallen, also: Gib dir genügend Zeit, arbeite an deinen Einstellungen, setze dir die richtigen Ziele und schaffe dir deine optimale Kochumgebung. Dann kommst du genau dahin, wo du hinmöchtest.

Hört sich für dich zu aufwändig an?

Wenn du etwas in deinem Leben anders machen möchtest, dann musst du auch etwas dafür tun. Eine uralte Spielregel, die übrigens nicht nur für’s Kochen gilt.

Also los geht’s:

1. Überprüfe deine Motivation

Was willst DU tatsächlich? (Nicht deine Ehefrau, deine Mutter oder deine Freunde)

Wenn du selbst eigentlich gar nicht häufiger selber kochen willst, wird es schwierig für dich. Dann füttert der Teil in dir, der eigentlich gar nichts verändern will, permanent deinen inneren Schweinehund und versucht dich auszubremsen.

Falls du dich aus dir selbst heraus nicht wirklich für häufigeres selber Kochen erwärmen kannst, hilft dir eine Gegenüberstellung der Pros und Contras, um in dieser Sache mehr Klarheit zu bekommen:

Hilfreiche Stichworte zu den Vor- und Nachteilen:

Gesundheit, Wohlbefinden, Kosten, Selbstverantwortung, Freude, Komfort, Bequemlichkeit, Zeit, Ausstattung, Weiterentwicklung, Gesellschaft, meine Werte, Erfolg, Familie, Freizeit, Lebensqualität, Image, …

Aufgrund dieser Tabelle kannst du für dich entscheiden, ob es Grund genug gibt, etwas zu verändern.

Übrigens: Ich empfehle dir, mache diese Übung tatsächlich in Ruhe und schriftlich. Alles, was du niederschreibst, hat eine ganz andere, verbindlichere Wirkung und hilft dir viel deutlicher einen Überblick zu erhalten und die Dinge zu ordnen.

Falls du zu dem Schluss kommst, dass du etwas ändern möchtest, dann geht es für dich hiermit weiter:

2. Definiere dein Ziel

Formuliere dein Ziel zum Thema “selber kochen” präzise und lege außerdem genau fest, in welchem Zeitraum du etwas erreicht haben möchtest.

Achte darauf, dass dich dein Ziel fordert, aber nicht überfordert.

Mögliche Ziele rund ums Kochen können zum Beispiel sein:

  • Ich werde mein Abendessen unter der Woche mindestens drei Mal selbst zubereiten.
  • Ich möchte mehr Freude am Kochen haben. Freude beim Kochen aktuell: 4 | Ziel: mindestens eine 7 (auf einer Skala von 1 bis 10)
  • Ich werde mir zwei Mal die Woche etwas selbst Zubereitetes für das Mittagessen mit zur Arbeit nehmen.
  • Ich werde jede Woche mindestens drei neue Gerichte ausprobieren und selbst kochen.
  • Ich werde maximal zwei Mal die Woche außer Haus essen.
  • Ich werde mich einmal die Woche mit einer Freundin/einem Freund zum gemeinsamen Kochen verabreden

Zusätzlich notierst du dir immer, zu welchem Zeitpunkt du dein Ziel erreicht haben möchtest. So hast du die Chance, deinen Erfolg zu überprüfen.

Wie du an den Beispielen siehst, kann der Anspruch und das Ziel ganz unterschiedlich sein. Vielleicht sieht dein persönliches Ziel rund ums Kochen auch ganz anders aus – es ist alles erlaubt!

Überprüfe dein Ziel anschließend immer nochmals darauf, ob es für dich auch realistisch ist. Nichts ist demotivierender als ein vorprogrammierter Misserfolg.

Dein Zielbild

Jetzt darfst du kreativ werden. Verbinde dein notiertes Ziel mit einem positiven Zielbild:

  • Woran merkst du, dass du dein Ziel erreicht hast?
  • Wo und wie siehst du dich, wenn du dein Ziel erreicht hast? (Zum Beispiel gemeinsam mit deiner Familie auf der Terrasse am gedeckten Tisch, die Schürze noch an, gerade beim Verteilen des Essens, es duftet, …)
  • Was riechst du? Was schmeckst du? Was hörst du? Was siehst du? Was fühlst du? …

Du kannst dein Zielbild detailliert aufschreiben, zeichnen, eine Collage erstellen, ein Bild oder Foto heraussuchen, das das alles für dich ausdrückt oder was auch immer dir einfällt. Wichtig ist, dass du es für dich festhältst. Dabei wirkt auf dich ein Bild als Zugpferd noch deutlich stärker, als wenn du dein Ziel lediglich notierst.

Finde dann einen Platz für dein Zielbild, an dem es dir immer wieder begegnet

  • Küchenschrank
  • Schranktür im Schlafzimmer
  • Kühlschranktür
  • Spiegel im Badezimmer
  • Schreibtisch

3. Starte innerhalb von 24 Stunden

Meiner Erfahrung nach einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Wenn du jetzt im Moment motiviert und fokussiert bist, dann nutze diese positive Energie und starte innerhalb der nächsten 24h damit, dein Vorhaben umzusetzen. Deine Intention kann noch so gut sein – wenn dieser „Flow“ zu Beginn einmal verpufft ist, hast du es schwieriger, dich aus dem Alltag heraus wieder aufzurappeln.

„Der Zeitpunkt ist im Moment aber etwas ungünstig“

Diese Woche bist du auf zwei Geburtstagen eingeladen und bekommst am Wochenende Besuch? Beim Job ist es auch stressig und …

„Ganz schlecht, jetzt etwas zu verändern“ sagt da der innere Schweinehund.

Hör nicht hin – tue es einfach! Passe deinen ersten Schritt an die Gegebenheiten an und nimm dir nur vor, was du gut bewältigen kannst, aber mache einen Anfang! Es wird keine Woche kommen, in der „nichts ist“. Veränderung passiert unter realen Bedingungen, in deinem Alltag – mit allem, was an Trubel dazu gehört.

Du hast also eigentlich genau zwei Möglichkeiten:

  1. Du startest direkt, überwindest dich und machst den ersten Schritt. Dein erstes Erfolgserlebnis wartet auf dich!
  2. Du schiebst es auf, etwas zu verändern und vergibst damit die Chance, jetzt etwas für dich zu tun – mit der Ungewissheit, ob und wann du es tatsächlich anpacken willst.

4. Kreiere dein eigenes Tempo

Du hast dein großes Ziel vor Augen. Wie eingangs erwähnt ist aber ein Start von 0 auf 100 wenig ratsam, wenn du die komplette Strecke gut durchhalten willst. Wie näherst du dich also Schritt für Schritt deinem Ziel?

Zerlege den ganzen Weg in viele kleine Etappen. Je nachdem, was für dich realisierbar ist, können diese Etappen kleinere oder größere Schritte beinhalten. Rechne von vorneherein auch damit, dass du den ein oder anderen Rückschlag verkraften musst – nicht alles kann gelingen. wichtig ist, dass es trotz kleiner Schwankungen insgesamt bergauf geht.

5. Finde heraus, was du brauchst, um dein Ziel zu erreichen

Je nachdem, wie dein Ziel aussieht, solltest du dir einen Moment Zeit nehmen und sammeln, welche Voraussetzungen du schaffen solltest, damit du dein Ziel erreichst.

  1. Notiere dir dazu auf ein Blatt Papier mittig dein Ziel.
  2. Ziehe nun sternförmig Linien von der Mitte nach außen und schreibe an jede der Linien, eine entsprechende Bedingung.

Hier ein Beispiel, wie das aussehen kann:

Bei dieser Übung kannst du wirklich jede erdenkliche Idee notieren. Unrealistische und aktuell nicht umsetzbare Ideen kannst du im Anschluss über die Ziffern wieder aus dem Rennen nehmen. Außerdem kannst du auch farblich markieren, welche der Punkte einmalig umzusetzen und welche immer wiederkehrend sind.

Dieses Brainstorming kannst du für dich als Basis nutzen, um deine Etappen und Voraussetzungen hin zu deinem Ziel klarer vor Augen zu haben. Aus den einzelnen Punkten kannst du anschließend konkrete Schritte ableiten. Los geht’s!

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